Hey, du überlegst, in Karlsruhe zu studieren, oder möchtest erst einmal abchecken, was Karlsruhe zu bieten hat? Dann bist du hier genau richtig!
Ich bin Pascal, blind und habe von 2019 bis 2026 meinen Physikmaster am KIT gemacht. Auf diesen Seiten habe ich versucht, dir alles Wissenswerte rund um das Studium in Karlsruhe zusammenzustellen: was du fürs Studieren, Wohnen und Leben wissen solltest – also zum Beispiel zu Sport, Parks, Kneipen, Bars und Clubs.
All das stelle ich dir auf den folgenden Seiten genauer vor. Und falls du keine Lust auf Lesen hast, gibt es hin und wieder auch Videos, sodass du dir einen besseren Eindruck verschaffen kannst.
Ich bin mir sicher: Du hast gar keinen Bock auf den organisatorischen Kram zur Vorbereitung auf dein Studium. Deswegen habe ich dir möglichst viele Checklisten bereitgestellt, die du einfach abarbeiten kannst.
Viel Spaß beim Durchstöbern!
Der InformatiKOM II-Neubau am KIT in Karlsruhe – hier ist das access@KIT-Institut untergebracht.
Was ist das access@KIT?
Karlsruhe bietet mit dem access@KIT ein Institut (Bedeutung) für Barrierefreiheit, das dich in deinem Studium unterstützt. Dabei betreut access@KIT nicht nur Studierende des KIT, sondern auch Studierende externer Hochschulen in Karlsruhe. Für externe Hochschulen musst du allerdings einen Antrag stellen.
Das access@KIT setzt Materialien für dich barrierefrei um – zum Beispiel in angepasster Schriftgröße, mit besseren Kontrasten oder für Nutzerinnen und Nutzer einer Braillezeile. Du schickst die Materialien einfach hin, und sie werden für dich übertragen. Dadurch bleibt dir viel Organisationsaufwand mit Studienassistenzen erspart und du hast mehr Freizeit. Solltest du dennoch eine Studienassistenz für den Uni-Alltag, ein Seminar oder ein Praktikum benötigen, kannst du diese natürlich beantragen.
Außerdem gibt es beim access@KIT einen Studierendenraum, in dem du gemeinsam mit deinen Freundinnen und Freunden lernen kannst, ohne dir in der Uni-Bib einen Platz suchen zu müssen. Hier wird auch an Technologien geforscht, die dir im Studium und Beruf helfen können.
Möchtest du einen Beratungstermin vereinbaren, um Fragen zu klären oder zu besprechen, wie das Studium für dich barrierearm gestaltet werden kann, kannst du dich hier melden: info@access.kit.edu.
Alle weiteren Infos, die du benötigst, findest du in ausführlicher Form unter den unten stehenden Überschriften.
Hochschulen und Studiengänge
Hier möchte ich dir die Hochschulen in Karlsruhe vorstellen und welche Studienrichtungen es gibt.
Karlsruhe hat eine Menge verschiedener Hochschulen, und du kannst hier ganz unterschiedliche Fächer studieren. Unten findest du eine Liste der Hochschulen, sortiert nach Größe. Eine gute Übersicht mit kurzen Infotexten zu den einzelnen Hochschulen findest du hier: karlsruhe.de – Wissenschaftseinrichtungen.
International Management College – Campus Karlsruhe (IMC)
Wenn du dir unsicher bist, welche Hochschule oder welcher Studiengang etwas für dich ist, dann kannst du dich an die Zentrale Studienberatung wenden. Sie hilft Studieninteressierten wie dir. Du findest weitere Infos und Kontaktmöglichkeiten hier: Zentrale Studienberatung am KIT.
Hier habe ich dir eine Reihe der Studiengänge aufgelistet. Diese Liste ist nicht vollständig und nicht immer aktuell. Du bekommst aber einen guten Überblick darüber, in welchen Bereichen du in Karlsruhe studieren kannst. Bei jedem Studiengang sind die Hochschulen angegeben, an denen du das Fach studieren kannst. Die zugehörigen Hochschulen findest du oben unter Hochschulen in Karlsruhe.
Hier informiere ich dich über die verschiedenen Angebote vom access@KIT.
Jedes Jahr findet am access@KIT eine bundesweit ausgeschriebene Orientierungsveranstaltung für blinde und sehbehinderte Studieninteressierte statt. Dazu werden Expertinnen und Experten eingeladen, die die wichtigsten Fragen rund um ein Hochschulstudium unabhängig vom zukünftigen Studienort beantworten.
Du möchtest dich über deine Möglichkeiten im Studium informieren? Dann laden wir dich voraussichtlich Anfang November 2026 wieder zu unserer Orientierungsveranstaltung in Präsenz ein. Die Veranstaltung richtet sich an blinde und sehbehinderte Studieninteressierte aus dem deutschsprachigen Raum.
Ziel der Veranstaltung ist es, dir einen Überblick über wichtige Themen rund um ein Studium unter den besonderen Bedingungen einer Sehbehinderung oder Blindheit zu geben.
Zu den verschiedenen Themenbereichen sprechen unter anderem Orientierungs- und Mobilitätstrainer, die Beauftragte für Studierende mit Behinderung und chronischer Erkrankung, Juristen, Expertinnen und Experten des Studierendenwerks, Mitarbeitende verschiedener Einrichtungen am KIT sowie Studierende mit Sehbehinderung und Blindheit aus höheren Semestern.
Du bekommst die Möglichkeit, das KIT, seine Angebote und Ansprechpersonen kennenzulernen. Außerdem erfährst du, welche Fragen vor Studienbeginn wichtig sein können, welche organisatorischen Dinge rechtzeitig geklärt werden sollten und welche Unterstützung während des Studiums möglich ist.
Alle Themen und Inhalte der Veranstaltung vom 5. bis 6. November 2026 findest du im Programm.
Programm folgt.
Unsere Motivation für diese überregionale Orientierungsveranstaltung ist, dass du selbstständig und gut informiert entscheiden kannst, was vor einem Studienbeginn vorbereitet werden muss und ob du dir ein Studium mit seinen besonderen Anforderungen zutraust. Gleichzeitig kannst du andere Studieninteressierte kennenlernen und Kontakte zu Studierenden knüpfen, die bereits mit Sehbehinderung oder Blindheit studieren.
Die Veranstaltung ist auch für dich interessant, wenn Karlsruhe voraussichtlich nicht dein Studienort wird.
Das access@KIT bietet den Service an, deine nicht barrierefreien Materialien aus dem Studium für dich barrierefrei zu gestalten. Dazu gehören zum Beispiel Bücher, Vorlesungsskripte, Übungsblätter, Klausuren etc. Diese Materialien werden in eine Form übertragen, mit der du gut arbeiten kannst.
Für sehbehinderte Personen bedeutet das gegebenenfalls:
Anpassung der Schriftgröße
Umwandlung von Handschrift in digitale Schrift
Anpassung von Kontrasten
Für blinde Personen bedeutet das:
Dokumente werden in barrierefreie, strukturierte Word-Dokumente umgewandelt, zum Beispiel Handaufschriebe, PDF-Dokumente etc.
Formeln werden in LaTeX-Notation geschrieben.
Für Grafiken werden Bildbeschreibungen erstellt.
Zusätzlich können für Grafiken auch taktile, mit Schwarzschrift versehene Grafiken erstellt werden.
Bei Bedarf können auch 3D-Modelle gedruckt werden.
Wie der Ablauf mit dem Materialservice für dich aussieht
Wenn du im Studium Bücher, Vorlesungsskripte oder Übungsblätter in eine barrierefreie Form übertragen lassen möchtest, schreibst du eine E-Mail an material@access.kit.edu. Darin schreibst du, was du bis wann übertragen brauchst. Mehr ist eigentlich nicht nötig, denn der Materialservice weiß dann bereits, wie du die Materialien gerne übertragen hättest.
Natürlich kannst du auch jederzeit im Büro vorbeikommen und mit den Verantwortlichen besprechen, was du brauchst. Das kann zum Beispiel bei Abbildungen sehr nützlich sein, wenn geklärt werden muss, welche Informationen für dich relevant sind.
Auch wenn du als blinde Person bei kleineren Dingen Unterstützung brauchst, zum Beispiel bei der visuellen Formatierung deiner Abschlussarbeit, steht dir der Materialservice zur Seite.
Der Ablauf bei Klausuren ist entspannt für dich.
Ein bis zwei Monate, bevor die Klausurenphase beginnt, fragt access@KIT per E-Mail ab, wann du welche Klausur und zu welchem Termin schreiben möchtest. Denn du schreibst die Klausur bei access@KIT, damit dort ein Überblick über alle Klausuren besteht.
Ein paar Wochen, bevor die Klausur stattfindet, schreibst du die Professorin oder den Professor der Vorlesung an und setzt access@KIT ins CC. Du teilst der Professorin oder dem Professor mit, dass du die Klausur gerne mitschreiben möchtest und einen Nachteilsausgleich hast, weil du eine Sehbeeinträchtigung hast. Außerdem schreibst du, dass sich die Professorin oder der Professor bezüglich der Klausurumsetzung mit access@KIT in Kontakt setzen soll.
Das war es auch schon. Die gesamte Organisation läuft dann über access@KIT, und du musst nur noch zum Klausurtermin erscheinen. Kurz gesagt: zwei kurze E-Mails schreiben – und dann kannst du dich komplett auf deine Klausurvorbereitung konzentrieren.
Während deines Studiums und gerade auch zu Beginn des Studiums wird es passieren, dass du schnell lernen musst, mit neuen Programmen oder Arbeitstechniken umzugehen. Sei es eine neue Software lernen, der Umgang mit taktilen Grafiken oder das Erwerben und der Ausbau von Punktschriftkenntnissen.
Weiter unten sind alle Schulungen aufgelistet, die derzeit vom access@KIT angeboten werden.
Die Schulungen sind kostenlos. Wenn du dich für eine dieser Schulungen interessierst, schreibe eine Mail an gerhard.jaworek@kit.edu.
Liste der Schulungen:
Einführung in LaTeX
Einführung in Excel
Einführung in PowerPoint
Umgang mit CAS-Systemen wie Octave und Maxima
Punktschrift allgemeiner Grundkurs
Punktschrift mit dem Schwerpunkt Naturwissenschaft und Technik
Umgang mit taktilen Grafiken
Musik komponieren und programmieren mit ABC oder Lilypond
Soundbearbeitung mit Audacity
Das Studium und der Alltag als seheingeschränkte Person halten viele Hürden bereit. Um dich dabei zu unterstützen, forschen wir am access@KIT an neuen Lösungen – zum Beispiel in den Bereichen Mobilität, automatisierte Bereitstellung von Dokumenten in barrierefreier Form, Arbeiten mit PDF-Dateien, Freizeitgestaltung sowie Arbeiten mit Abbildungen und Dokumenten auf taktilen Displays.
Studierende arbeiten im Rahmen von Bachelor- und Masterarbeiten oder als Hiwis aktiv an Lösungen mit, die dir im und nach dem Studium helfen sollen. Das Schöne: Du kannst die Forschung mitgestalten – sei es durch die Teilnahme an Studien oder durch eine eigene Abschlussarbeit.
Drucklabor im Erdgeschoss des InformatiKOM II mit 3D-Druckern und Laserschneider zur Herstellung taktiler Materialien.
Taktile Flächenbraillezeilen (Stand 2026)
Damit du eine konkrete Vorstellung bekommst, woran geforscht wird und was dir im Studium helfen kann, möchte ich dir das Projekt der taktilen Flächenbraillezeilen vorstellen.
Was ist das Ziel?
Gerade in den Naturwissenschaften wirst du viel mit Grafiken zu tun haben – mit Funktionsgraphen, Histogrammen, Baumdiagrammen und vielem mehr. Bisher kannst du dir diese entweder mit einer Bildbeschreibung erklären lassen oder als taktile Abbildungen auf Papier ausdrucken.
Die bisherigen Probleme:
Bildbeschreibungen: Bei komplexen Bildern ist es schwierig, ein Gesamtbild vor Augen zu bekommen. Oft geht es darum, Muster zu erkennen – und das ist über eine Beschreibung schwer, weil immer eine Interpretation mitschwingt.
Taktile Abbildungen auf Papier: Sie sind sehr hilfreich, brauchen aber viel Zeit in der Aufbereitung. Im Berufsleben wird das schwierig, weil sowohl jemand die Vorlage aufbereiten als auch das passende Gerät zur Verfügung stehen muss.
Abhilfe sollen sogenannte Flächenbraillezeilen bzw. taktile Displays schaffen. Sie funktionieren wie eine Braillezeile, haben aber eine ganze Fläche an Punkten. Dadurch lassen sich Inhalte zweidimensional darstellen. Wie bei üblichen Braillezeilen können die Punkte oben oder unten sein.
Hat eine Abbildung mehrere Farben, lassen sich diese über Farbfilter unterscheiden: In einem Koordinatensystem mit zwei farblich unterschiedlichen Funktionen kannst du also gezielt jeweils eine einblenden. Über Touch kannst du außerdem mit den Abbildungen interagieren und dir z. B. Texte vorlesen lassen.
Das Ziel: Du kannst ein beliebiges Dokument öffnen, und sowohl Texte als auch Bilder sind sofort für dich zugänglich – ohne Wartezeit. Am access@KIT kannst du dich aktiv in die Forschung einbringen und die Technik bereits im Studium nutzen, sodass du sie später im Arbeitsleben routiniert einsetzen kannst.
Arbeiten mit VR- und XR-Technologien
Ein weiteres Forschungsgebiet beschäftigt sich mit Virtual Reality (VR) und Extended Reality (XR). Dabei geht es darum, Arbeitsplätze und Arbeitsabläufe besser an dein Sehvermögen anzupassen.
Im Projekt InclusiveVR wird ein virtueller Computer-Arbeitsplatz entwickelt, den du an deine eigenen Bedürfnisse anpassen kannst. Du kannst zum Beispiel Helligkeit, Farben und Größe der Bildschirme verändern oder die Monitore so anordnen, wie es für dich am angenehmsten ist. Damit du Inhalte schneller findest, unterstützt dich das System zusätzlich. Auch der Mauszeiger lässt sich durch große farbige Pfeile leichter erkennen.
Außerdem wird erforscht, wie Menschen mit Sehbehinderung gemeinsam in einer virtuellen Umgebung arbeiten können. Mehrere Personen können gleichzeitig an denselben Inhalten arbeiten, diese miteinander teilen oder sich mit einer virtuellen Zeigegeste auf bestimmte Bereiche aufmerksam machen. Dabei kann jede Person die Darstellung individuell an ihr eigenes Sehvermögen anpassen.
Im Projekt AssistiveXR wird untersucht, wie dich XR-Technologien auch außerhalb des klassischen Arbeitsplatzes unterstützen können. Dabei trägst du eine XR-Brille, mit der du deine reale Umgebung siehst und gleichzeitig Farben, Kontraste und Helligkeit anpassen kannst. Zusätzlich können Informationen vergrößert eingeblendet werden – so lassen sich z. B. Texte oder handschriftliche Notizen in Besprechungsräumen leichter erkennen.
Musik und Orientierung mit XR
XR-Technologien können dich nicht nur beim Arbeiten unterstützen, sondern auch in deiner Freizeit oder bei der Orientierung helfen.
Im Projekt XRMusic4VIP wird erforscht, wie das Notenlesen mithilfe von XR erleichtert werden kann. Dabei siehst du ein echtes Klavier oder Keyboard vor dir, während die Noten darüber stark vergrößert eingeblendet werden. Die Noten bewegen sich wie ein durchlaufendes Band und können während des Spielens mit einfachen Gesten gesteuert werden. So kannst du das Notenband anhalten oder wieder starten und dich ganz auf das Musizieren konzentrieren.
Auch das Thema Orientierung spielt eine wichtige Rolle. Im Projekt BlindVR wird erforscht, wie blinde Menschen Orientierung und Fortbewegung in virtuellen Umgebungen trainieren können. Außerdem wird untersucht, wie sich 3D-gedruckte Objekte mit einer virtuellen Darstellung kombinieren lassen. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten, räumliche Strukturen zu erkunden und dreidimensionale Inhalte zu verstehen.
Studierendenraum im 1. OG des InformatiKOM II mit Arbeitsplätzen, Surface-Studios, Bildschirmlesegerät und dem taktilen 3D-Campusplan im Hintergrund.
Im Institut von access@KIT gibt es einen Studierendenraum, in dem du alleine oder mit Freundinnen und Freunden lernen kannst.
Damit du Zugang zu diesem Raum erhältst, musst du nur einmal deine Studierendenkarte im Sekretariat freischalten lassen. Danach kannst du den Raum zu jeder Tages- und Nachtzeit nutzen.
Das Gebäude, in dem sich access@KIT befindet, ist recht neu und wurde 2024 fertiggestellt. Dadurch ist auch der Studierendenraum sehr modern eingerichtet.
Was gibt es dort?
Mehrere Arbeitsplätze mit großen Surface Studios mit Touchscreen und Stifteingabe. Du kannst dir dort einen Studierenden-Account anlegen und direkt an den Geräten arbeiten. Da die Surface Studios große Bildschirme haben und per Touch bedient werden können, eignen sie sich besonders gut, wenn du eine Sehbeeinträchtigung hast. Du kannst dort außerdem mit der Hand schreiben, wenn du möchtest.
Mehrere Arbeitsplätze ohne Computer. Dort kannst du mit deinem eigenen Rechner, deiner Braillezeile, taktilen Abbildungen, einem Zeichenbrett oder anderen Hilfsmitteln arbeiten. Außerdem hast du viel Platz, um dich auszubreiten.
Ein Bildschirmlesegerät.
Ein großes Whiteboard.
Moderne Büroausstattung. Das klingt vielleicht erst einmal nicht so wichtig, ist aber sehr angenehm, wenn man mehrere Stunden konzentriert arbeitet.
Fenster mit Jalousien und dimmbares Licht. So kannst du dir die Lichtverhältnisse passend einstellen.
Einen taktilen Plan vom Campus.
Fehlt dir mal was zum Arbeiten oder ist dir ein Blindenstock kaputt gegangen, so kannst du dir Sachen ausleihen. Hier eine Liste der Dinge, die du dir beim access@KIT ausleihen kannst.
Zeichenbrett mit German Foil
Mobiler taktiler Drucker Embraille
Elotype
Braillezeile 40er Focus oder Papenmeyer
Mobiles klappbares Lesegerät
Leselupe
Blindenstöcke
Tandem-Fahrrad
Simulationsbrillen zur Sensibilisierung einer Sehbehinderung
Schlafbrillen zur Sensibilisierung einer Blindheit
Mobilität, Wohnen und Freizeit
Karlsruhe ist eine typische Studierendenstadt mit rund 300.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Damit ist Karlsruhe zwar keine Großstadt wie Hamburg, Berlin oder Köln, aber eine echte Unistadt – und hat deshalb einiges zu bieten.
Im Stadtzentrum befindet sich der Hauptcampus des KIT und ist damit von überall gut zu erreichen. Auch die anderen Hochschulen liegen in Zentrumsnähe. Mit der Straßenbahn fährst du in der Regel nicht länger als 20 Minuten, egal, wo du wohnst. Die meisten Studierenden wohnen ohnehin in den zentraleren Stadtteilen.
Das Straßenbahnnetz in Karlsruhe gehört zu den besten in Deutschland. In der Innenstadt fahren kaum Busse, und du kommst wirklich an viele Orte mit der Bahn. Es gibt die KVV-App und die ÖPNV-App, mit denen du in Echtzeit sehen kannst, wann die Bahn kommt. Das klappt in den meisten Fällen sehr gut. In den Tunneln gibt es zwar eine Sprachansage, diese ist aber leider nicht immer verlässlich. Deshalb ist eine App als Backup sinnvoll.
Ansonsten hat die Stadt viele Parks, in denen du im Sommer mit deinen Freundinnen und Freunden entspannen kannst. Der bekannteste ist der Schlosspark. Da er direkt an den KIT-Campus anschließt, sind dort immer viele Studierende unterwegs.
Kneipen, Restaurants und Bars gibt es in Karlsruhe eine Menge. Die bekannteste Studierendenkneipe ist der Oxford Pub. Dort bekommst du zu studentischen Preisen Burger, Pommes, Spätzle und auch ein leckeres Kellerbier.
Wenn du gerne feiern gehst, gibt es in Karlsruhe ebenfalls einige Möglichkeiten, zum Beispiel die Stadtmitte, die Marktlücke oder das Argo. Dort findet donnerstags der sogenannte „DonnerstArgo" statt. Der Gotec Club ist deutschlandweit als Techno-Club bekannt. Falls du Techno magst, bist du dort richtig.
Bei größeren Clubs oder Konzerten ist Karlsruhe nicht ganz so stark aufgestellt. Dafür sind andere Städte schnell erreichbar: Stuttgart erreichst du mit dem Regionalzug in etwa einer Stunde, Heidelberg in etwa 40 Minuten und Frankfurt mit dem ICE in etwa einer Stunde.
Der taktile 3D-Campusplan im Studierendenraum: blaue Klötze stehen für die Gebäude, orangefarbene Klötze markieren besonders wichtige Orte.
Im Studierendenraum steht auf einem Tisch ein taktiler 3D Campusplan, der dir helfen soll, eine Vorstellung vom Unigelände zu bekommen.
Ich beschreibe dir den Campus hier in ein paar Worten, damit du ungefähr ein Gefühl für das Gelände bekommst.
Grob gesagt ist der Campus wie ein Rechteck aufgebaut. Die langen Seiten liegen oben im Norden und unten im Süden. Die kurzen Seiten liegen links im Westen und rechts im Osten.
Entlang der oberen Kante im Norden grenzt der Schlosspark an den Campus. Oben links, also im Nordwesten, liegt das Schloss.
Entlang der unteren Kante im Süden verläuft die Kaiserstraße. An der unteren linken Ecke, also im Südwesten, liegt der Kronenplatz. An der unteren rechten Ecke, also im Südosten, befindet sich das Durlacher Tor. Sowohl am Kronenplatz als auch am Durlacher Tor fahren oberirdisch und unterirdisch Straßenbahnen.
Entlang der westlichen Kante verläuft vom Kronenplatz bis zum Schloss die Waldhornstraße. Entlang der östlichen Kante verläuft der Adenauerring.
Auf dem Campus gibt es eine Straße, die die Hauptachse bildet. Sie verläuft von der oberen linken Ecke, also vom Schloss, bis etwa zur Mitte der rechten Kante im Osten. Dort trifft sie auf den Adenauerring.
An dieser Kreuzung befinden sich das InformatiKOM 1, das InformatiKOM 2 mit access@KIT, die Bibliothek und die Mensa. Weiter Richtung Schloss liegen oberhalb der Hauptachse unter anderem der Audimax, die Chemiehochhäuser und die Physik. Unterhalb der Hauptachse sind viele Ingenieurfächer, die Mathematik und weitere Fachbereiche angesiedelt.
Die Sportanlagen liegen an der oberen Kante im Norden und grenzen an den Schlosspark. Von der Hauptachse gehen mehrere Straßen nach Norden und Süden zu den anderen Gebäuden ab.
Damit du ein Gefühl für die Größe bekommst: Von Westen nach Osten läuft man zu Fuß etwa 15 Minuten. Von Süden nach Norden sind es ungefähr 10 Minuten.
Auf dem Campus selbst fahren nur wenige Autos, da man dafür eine Berechtigung braucht. Dafür gibt es umso mehr Fahrräder und E-Scooter auf den Straßen.
Ich hoffe, du hast dadurch einen ersten Eindruck vom Campus bekommen.
Damit du dich schnell in Karlsruhe einleben kannst, kann ein Mobilitätstraining sehr hilfreich sein, um die wichtigsten Wege schon einmal zu lernen. Egal ob du es vor Studienstart, zu Studienbeginn oder erst später im Studium merkst, dass dir ein Training helfen würde – du brauchst etwas Vorlaufzeit. Du musst bei der Krankenkasse einen Antrag stellen und dich rechtzeitig bei den Mobilitätstrainerinnen und ‑trainern melden, da diese gut ausgelastet sind. Ich empfehle dir, dich etwa sechs Monate vorher zu kümmern – oder natürlich gerne noch früher, wenn möglich.
Aber keine Sorge: Du bekommst bei diesem ganzen Prozess Unterstützung und musst das nicht alleine machen, sodass der Aufwand überschaubar bleibt. Das access@KIT steht in engem Kontakt mit dem Quikstep-Team – die richtigen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner musst du also nicht selbst suchen (Kontakt siehe weiter unten).
Was du beim Mobilitätstraining lernst
In den folgenden Aufzählungen findest du auch meine persönlichen Tipps. Beim Studium beziehen sie sich auf das KIT, da ich dort studiert habe; ansonsten sind sie unabhängig von der Hochschule. Das sind die Orte, die du meiner Meinung nach auf jeden Fall kennen solltest.
Bezogen auf die Universität
Aufbau einer „mental map"
Wichtige Gebäude auf dem Campus
Wichtige Treffpunkte im Umfeld des Campus
Mein Tipp: Weg zum access@KIT, Weg zur Mensa, eventuell zu den Sportanlagen sowie die wichtigsten Straßen auf dem Campus.
Bezogen auf die Stadt
Ampelgeregelte Kreuzungen
Fußgängerzonen und zentrale Plätze
Einkaufszentren und Geschäfte
Öffentliche Verkehrsmittel: die wichtigsten Linien und ihre Haltestellen
Hauptbahnhof und sein Umfeld
Mein Tipp: Durlacher Tor, Kronenplatz, Marktplatz, Europaplatz, Kaiserstraße sowie der Weg zum Schlosspark.
Bezogen auf allgemeine Lebensbereiche
Restaurants, Kneipen und Cafés
Theater und Kinos
Sparkassen und Banken
Ärztinnen, Ärzte und soziale Dienste
Reisebüros
Hinzu kommen die persönlichen Interessensfelder der blinden und sehbehinderten Studienanfängerinnen und Studienanfänger.
Mein Tipp: Oxford Pub und das Kino Filmpalast am ZKM.
Kontakt vom Mobilitätstrainings-Team
Das Mobilitätstraining wird durchgeführt von:
Christel Wilke Rehabilitationslehrerin für Orientierung und Mobilität blinder und seheingeschränkter Menschen Telefon: 07245 / 876 87 34 Fax: 07245 / 876 87 33 E-Mail: info@quikstep.eu Web: quikstep.eu
Im Studium wohnen viele Studierende in Wohnheimen oder Wohngemeinschaften (WGs). WGs zu finden ist allerdings schwierig, wenn man neu in der Stadt ist. Daher wohnen viele zunächst im Wohnheim und begeben sich dann auf die WG-Suche oder finden über Kontakte eine WG.
Falls du eine WG suchen möchtest, ist hierfür WG-Gesucht zu empfehlen: wg-gesucht.de.
Ansonsten folgen weiter unten Infos zu Wohnheimen, um dir bei der großen Auswahl zu helfen.
Institutionen für Wohnheime
Es gibt mehrere Institutionen, die Wohnheime anbieten. Hier eine Auswahl von drei Stück:
Das Studierendenwohnheim des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) e.V. Die Liste der Wohnheime findest du hier: studentenwohnheim-ev.de.
Das Hans-Wolfgang-Heidland-Haus bietet ebenfalls Zimmer an: weechstrasse.de.
Falls du dich für eines dieser Wohnheime interessierst, kannst du dich dort bewerben. Personen mit einer Beeinträchtigung werden oftmals bevorzugt behandelt. Schicke also wenn möglich bei deinem Wohnheimplatzantrag einen Nachweis deines Schwerbehindertenausweises mit. Ganz wichtig: Du solltest dich früh bewerben, also rund 5 bis 6 Monate vor Studienbeginn, wenn du gute Chancen haben möchtest. Wenn du Wünsche hast, etwa kleine Appartments mit wenigen Mitbewohnern, gib das mit an – gegebenenfalls kann das berücksichtigt werden.
Besonders gut geeignete Wohnheime für blinde Studierende
Bei der großen Auswahl an Wohnheimen ist es schwierig und zeitaufwendig, das passende Wohnheim für dich herauszusuchen.
Gerade wenn du blind bist, sind Faktoren wie eine gute ÖPNV-Anbindung und Lebensmittelgeschäfte mit dem Angebot einer Einkaufshilfe besonders interessant (Edeka, Nahkauf, Rewe und Scheck-in Center).
Aber auch Faktoren wie Zentrumsnähe, Universität in Fußnähe und mehrere Bahnlinien an der Bahnhaltestelle können relevant sein. Denn gerade bei Straßenbahnbaustellen kann dies Gold wert sein.
Nach diesen Kriterien habe ich Steckbriefe für Wohnheime zusammengestellt, die für dich als blinde oder sehbehinderte Person interessant sein können. Wohnheime, die zwar eine Bahnanbindung haben, aber recht weit außerhalb liegen, habe ich aussortiert.
Meine Empfehlung
Alle Wohnheime, bei denen die Bahnhaltestellen Kronenplatz und Durlacher Tor – KIT Campus Süd dabeistehen, eignen sich super, wenn du am KIT studieren möchtest. Auch, weil von dort die Anbindung zur Innenstadt und zum Bahnhof perfekt ist. Dort fahren fast alle Linien vorbei und du bist auch für Freizeitaktivitäten super angebunden.
Falls du genaue Fahrzeiten wissen möchtest, kannst du dir im App Store die KVV-App für den Nahverkehr in Karlsruhe herunterladen. In der App gibt es unten einen Reiter „Verbindungen". Dort kannst du entspannt Start- und Zielort eingeben. Bei Zielort würde ich entweder Kronenplatz oder Durlacher Tor – KIT Campus Süd eingeben. Die beiden Haltestellen liegen nur eine Station voneinander entfernt und befinden sich an den beiden südlichen Enden vom Campus. Eine genauere Beschreibung findest du beim taktilen 3D Campusplan.
Steckbriefe der Wohnheime
Wähle ein Wohnheim aus der Liste. Mit der Tabulatortaste springst du anschließend direkt zu den Detailangaben.
Adenauerring 7
Adresse:
Adenauerring 7, Karlsruhe
Lage / Stadtteil:
Direkt auf dem KIT Campus Süd, im Studentenhaus des Studierendenwerks.
Entfernung zu Unis:
Direkt am KIT Campus Süd; Mensa, Cafeteria und studentische Einrichtungen im selben Gebäudekomplex.
Bahnanbindung:
Durlacher Tor / KIT-Campus Süd ist relevant.
Lebensmittelgeschäfte:
EDEKA Frischemarkt Kronenplatz, Fritz-Erler-Straße 1–3; Xiong Di Asia Supermarkt unterhalb des EDEKA am Kronenplatz.
Je nach Einschränkung wird es für dich vielleicht nicht möglich sein, jede Sportart auszuüben. Damit du trotz einer eingeschränkten Auswahl eine Sportart machen kannst, die dir gefällt, kannst du dich vor Beginn der Anmeldephase beim Hochschulsport melden. Dort können sie dich für den Kurs anmelden, an dem du gerne teilnehmen möchtest.
Unter der Überschrift „Sportreferate" kannst du die Personen anschreiben, bei denen „Inklusion" als Aufgabenbereich angegeben ist.
Fitnessstudio Walk-in
Auf dem Campusgelände gibt es ein kleines Fitnessstudio. Es ist zwar preislich nicht das günstigste und hat sonntags sowie an Feiertagen geschlossen. Dafür liegt es direkt auf dem Campusgelände. Da es nicht so groß ist, ist es außerdem recht übersichtlich.
Die Leute dort sind sehr nett. Wenn du freundlich fragst, kannst du vielleicht auch eine Begleitperson mitnehmen, zum Beispiel einen Freund oder eine Freundin, mit der du trainieren kannst. Das macht den Einstieg oft einfacher.
Magst du gerne Spieleabende? Dann wirst du an der Uni bestimmt Leute finden, die das ebenfalls gerne mögen, bei mir war das zumindest so.
Dort findest du außerdem Tipps, wie du Spiele barrierefrei adaptieren kannst.
Organisation Studienstart (Erste Schritte) und Tipps
Auf dieser Seite sind viele Infos. Deshalb habe ich dir hier einen Zeitplan zusammengestellt, der dir helfen soll, dass du bei der Vorbereitung nichts vergisst und weißt, wann du was tun solltest.
Ich gebe die Zeit immer in x Monaten vor dem Start an, so dass sie dir Orientierung geben kann, egal ob du zum Sommer- oder Wintersemester startest. Machst du Vorkurse oder willst schon früher in der Stadt sein, dann bezieht sich die Zeitangabe auf dieses Datum und nicht auf den eigentlichen Studienstart.
Ich habe die Timeline nach bestem Wissen und Gewissen erstellt und übernehme keine Gewähr – sie soll dir vor allem Orientierung geben.
Zeitstrahl der wichtigsten Schritte
Jeder Schritt nennt den Zeitpunkt und das Thema. Über den Link kommst du direkt zum ausführlichen Abschnitt auf dieser Seite.
Schau dir an, welche Studiengänge dich an den Karlsruher Hochschulen interessieren, und notiere dir die jeweiligen Bewerbungsfristen – die unterscheiden sich je nach Fach und Hochschule.
Vereinbare einen Termin mit dem Materialservice und kontaktiere die Fachschaft sowie die Studienberatung deiner Fakultät, um Studienablauf und Literatur zu besprechen.
Kümmere dich um den Nachteilsausgleich für Prüfungen und Studienleistungen – am besten vor dem ersten Semester oder kurz nach Studienbeginn.
Zum Studienbeginn möchte ich dir folgende Tipps noch einmal mit auf den Weg geben:
Für deine Studienwahl gilt aus meiner Sicht: Es ist nicht die Frage, ob es mit einer Seheinschränkung möglich ist, sondern wie es mit einer Seheinschränkung möglich ist, das Fach zu studieren. Hier kannst du dich mit dem access@KIT und der Studienberatung zusammensetzen. Stelle dir außerdem die Frage, ob es Sinn macht, das Fach zu studieren – also ob du mit dem Studium eine Chance hast, später auch einen Beruf zu finden, in dem du möglichst selbstständig arbeiten kannst.
Wenn du kannst, mache die Vorkurse und die Orientierungswoche mit. Dort lernst du die Freundinnen und Freunde kennen, mit denen du wahrscheinlich dein ganzes Studium verbringst – so war es bei mir und auch bei vielen anderen, die ich kenne.
Die ersten Wochen können anstrengend werden: neue Stadt, viel Stoff zum Lernen und viele neue Leute kennenzulernen. Aber es sind mit die wichtigsten Wochen des Studiums. Hier lernst du Freundinnen und Freunde für das Studium und mit Glück auch für das Leben kennen.
Ich bin ehrlich: Die ersten fünf Wochen aus Vorkurs und Orientierungsphase waren nicht immer leicht. Gerade als blinder Mensch musst du tausend neuen Leuten erklären, wie du dies und jenes machst und – blöd gesagt – überhaupt lebensfähig bist. Ich hatte irgendwann die Schnauze voll. Am letzten Tag der Orientierungswoche gab es einen Grillabend, und eigentlich hatte ich gar keine Lust mehr auf Socialising. Ich bin trotzdem hingegangen und habe dort einen super Freund fürs Studium kennengelernt, mit dem ich bis heute befreundet bin. Bitte verliere da nicht die Geduld.
Ruf vor dem Studium einmal bei der Studienberatung und bei der Fachschaft an und frag, welche Bücher sie dir empfehlen, die zu deinem Lernstil passen. Danach klärst du mit dem Materialservice vom access@KIT, ob diese Bücher bereits in barrierefreier Form vorliegen oder noch übertragen werden müssen. Das sind drei kurze Telefonate, die dir im Studium sehr helfen werden. Büchertipps von Professorinnen und Professoren solltest du mit Vorsicht annehmen.
Wähle gerade als blinde oder sehbehinderte Person ein Wohnheim, das eine gute Bahnanbindung hat und im besten Fall von mehreren Linien angefahren wird. In Karlsruhe wird das Straßenbahnnetz gut gewartet – das bedeutet aber leider auch, dass es oft Baustellen mit Schienenersatzverkehr gibt. Je mehr Bahnen bei dir fahren, desto unabhängiger bist du davon.
Wenn du dich während deines Studiums entscheidest, in eine WG zu ziehen, versuche es vor allem über Bekannte. Über WG-Gesucht kann es auch klappen, aber dafür solltest du eine hohe Frustrationstoleranz mitbringen – das kann sich ziehen.
Wenn du dich für ein Studium in Karlsruhe entschieden hast und eingeschrieben bist, kannst du mit den Mitarbeitenden des Materialservice einen Termin ausmachen. Schreibe hierfür eine E-Mail an info@access.kit.edu.
Dann besprecht ihr entweder online oder in Präsenz, in welcher Form du die Materialien gerne übertragen hättest. Ihr schaut euch gemeinsam deine bisherigen Arbeitstechniken an und ermittelt, wie eine bestmögliche Unterstützung aussehen kann.
Ich empfehle dir außerdem, mit der Studienberatung deiner Fakultät einen Termin auszumachen und zu besprechen, wie dein Studienablauf aussehen könnte. Außerdem würde ich bei der Fachschaft deiner Fakultät anrufen und mit ihnen besprechen, welche Bücher sie dir für das erste Semester empfehlen. Es gibt oftmals Bücher, die mehr theoretisch und formellastig sind, und welche, die einen eher erklärenden Stil haben. Die Leute aus der Fachschaft wissen, welche Bücher es gibt, und können dir bestimmt eines empfehlen, das zu dir passt.
Einen Nachteilsausgleich zu beantragen ist nicht so aufwendig, wie du vielleicht befürchtest. Am KIT gibt es eine Schwerbehindertenbeauftragte, die sich um die Belange der Studierenden mit Beeinträchtigung kümmert. Bei einem Treffen besprecht ihr, was für einen Nachteilsausgleich du benötigst, und füllt zusammen das Dokument aus.
Hierbei gibt es mehrere Nachteilsausgleiche: Schreibverlängerung von Klausuren, Möglichkeit der Umwandlung von schriftlichen Klausuren in mündliche Prüfungen bei Absprache mit den Dozierenden etc.
Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, lieber am Anfang mehr Nachteilsausgleich bei den Klausuren zu nehmen als zu wenig. Ich habe mit 50 % angefangen, aber bei den Fächern Mathe und Physik, wenn du LaTeX schreibst und viel mit Formeln arbeiten musst, kann es sehr knapp werden. Zumal die Klausuren an der Uni häufig so ausgelegt sind, dass Sehende es kaum in der Zeit schaffen. Das Problem: Merkst du, dass es zu wenig Zeit war und du fällst durch, dann hast du schon einen Versuch vergeben. Machst du dann für die zweite Klausur einen größeren Nachteilsausgleich, aber hast Pech bei der Klausur, bist du ein zweites Mal durchgefallen und kommst in die mündliche Nachprüfung. Schaffst du die nicht, ist das Studium zu Ende und du kannst das Fach in Deutschland nicht nochmal studieren. Was ich sagen möchte: Fange lieber mit mehr Nachteilsausgleich an und reduziere ihn ggf., denn sonst kannst du schnell in Schwierigkeiten kommen.
Die Zentrale Studienberatung
Die Zentrale Studienberatung (ZSB) kann dir ebenfalls dabei helfen, mit dir gemeinsam zu überlegen, wie das Studium aussehen kann, welche Nachteilsausgleiche du vielleicht in Anspruch nehmen kannst und wie du dein Studium planen kannst. Mehr Infos und Kontaktangaben findest du hier: sle.kit.edu/wirueberuns/zsb.php
Mein persönlicher Tipp
Nimm dieses Angebot auf jeden Fall in Anspruch, denn die werden dich darüber aufklären, welche Ansprüche du im Studium hast. Du musst diese nicht in Anspruch nehmen, aber es nimmt dir Druck weg, wenn du weißt, dass es sie gibt und im Zweifel darauf zugreifen kannst. Das ist unheimlich wichtig.
Das heißt aber nicht, dass du die nutzen sollst, nur weil es die gibt. Für mich z. B. war es so, dass eine Verlängerung der Studienzeit blöd gewesen wäre, denn dann wären meine Freunde im Studium davongezogen und ich hätte mir ständig neue Lerngruppen suchen müssen. Das ist im Physikstudium nicht immer so einfach, da es schon viele feste Lerngruppen gibt. Deshalb habe ich versucht, das Tempo der anderen mitzuhalten.
Das war meine persönliche Erfahrung und Entscheidung, heißt aber natürlich nicht, dass es die richtige ist. Ich möchte dir nur mitgeben, immer dir zu überlegen, welche Vorteile es dir bringt und welche Nachteile damit einhergehen, und dann abzuwägen, was das Richtige für dich ist.
Erfahrungsberichte von Studierenden mit Sehbeeinträchtigung
Abschließende Worte
Hey,
ich hoffe, ich konnte dir hier übersichtlich alle Infos geben, die du brauchst, um einen entspannten Start ins Studium zu haben. Klar, das Studium wird nicht immer einfach sein, und eine neue Stadt kennenzulernen braucht ebenfalls seine Zeit – aber ich finde, der Aufwand lohnt sich. Rückblickend denke ich, dass ich eine schöne Zeit im Studium hatte.
Somit bleibt mir nur noch zu sagen: Augen auf bei der Studienwahl und alles Gute.
Dokumente für die Webseite
Hier kannst du die Liste der Hochschulen und Studiengänge, auf der auch die Filter- und Suchfunktion oben auf der Seite basiert, als CSV-Datei herunterladen. Die Datei lässt sich z. B. in Excel, LibreOffice Calc oder einem Screenreader-freundlichen Texteditor öffnen.